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Blick Assistenz der Zukunft – stark, smart, selbstorganisiert. Ein Gespräch mit Silke Nevermann

Business Circle: Sehr geehrte Frau Nevermann, Sie arbeiten seit Jahrzehnten eng mit Top-Führungsetagen und Teams verschiedenster Generationen. Was hat sich aus Ihrer Sicht im Zusammenspiel der Generationen am stärksten verändert?

Silke Nevermann: Gerade arbeiten vier Generationen gleichzeitig in den Unternehmen – das ist nicht neu, das ist keine neue Tatsache. Neu ist aber, dass die digitale Sozialisierung der Generationen völlig unterschiedlich ist. Die Älteren, Babyboomer und Generation X, haben sich die digitale Welt erst Stück für Stück erschlossen, haben „analog“ gelernt, während die Generation Z mit digitalen Möglichkeiten geworden ist. Die nächste Generation kennt keine Welt mehr ohne Social Media, KI-Tools und ständige Vernetzung. Sie ist rasant schnell in der Aufnahme von Informationen, am liebsten visuell und in aller Kürze – 15 bis 30 Sekunden reichen, wie man es von Instagram oder TikTok kennt. Da prallen unterschiedliche Prägungen, Arbeitsweisen und Gewohnheiten im Arbeitsalltag aufeinander. Das braucht Verständnis und Moderation, deshalb braucht es Menschen im Unternehmen, die übersetzen und vermitteln.
Hinzu kommt, dass z.B. in Deutschland bis etwa 2036 rund 13 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter erreichen. Da ist der Fokus auf systematischen Wissenstransfer zwischen Generationen eine strategische Notwendigkeit und entscheidender Erfolgsfaktor um Fachwissen im Unternehmen zu erhalten.

BC: Welche Rolle kann gerade die Assistenz als Schnittstelle im Unternehmen spielen, um den Generationenmix nicht nur zu managen, sondern gezielt als Innovationsmotor zu nutzen?

Nevermann: Die Assistenz ist als Schnittstelle zwischen Führung und Team mit ihrer Kommunikations- und Organisationsstärke sehr nah dran an den Bedürfnissen im Team.
Genau deshalb ist die Assistenzfunktion im Unternehmen besonders in der Zukunft so wertvoll: Die Assistenz erkennt sehr frühzeitig wo es hakt und warum. Als zentrale und ermächtigte Funktion in der Gestaltung des Generationenmix/Wissenstransfer im Unternehmen würde sie mit Methode vermitteln, wenn Arbeitsweisen aneinander vorbeigehen, Formate schaffen, in denen Verständnis entsteht und den systematischen Wissenstransfer mit organisieren und koordinieren.
Aus meiner Erfahrung ist es oft die Assistenz, die es schafft, dass die Unterschiedlichkeit im Team nicht trennt, sondern zusammen Kraft entwickelt. Das wird in der Zukunft eine sehr wichtige Kompetenz sein, die ggf. nur ein wenig professionalisiert und kommuniziert werden muss.

BC: Generation X und Generation Z verstehen einander manchmal nicht, „reden aneinander vorbei“. Können Sie aus Ihrer Erfahrung schildern, warum das so ist?

Nevermann: Lassen Sie uns das Klischee bedienen: Da sitzt die Generation X mit ihrem Notizblock am Tisch und überlegt, wie man ein Projekt sauber aufsetzt … und die Generation Z klickt sich schon durchs neue Tool, um gleich loszulegen. Da muss nicht das eine besser oder schlechter als das andere sein. Es sind erst einmal nur unterschiedliche Herangehensweisen, begründet in der oben erwähnten auseinanderklaffenden digitalen Sozialisierung der Generationen. Das ist nicht zu ändern.
Was wir an dieser Stelle anstatt vorschneller Urteile brauchen, ist ein hohes Maß an gegenseitigem Verständnis gepaart mit dem Bewusstsein, dass Ergänzung Qualität produziert. Denn die vermeintlich „langsamere Art“ der Älteren beruht auf viel Erfahrung – und genau diese Erfahrung bildet die Basis für kluge Entscheidungen in der Zukunft. Gleichzeitig bringen die Jüngeren digitale Kompetenz, Tempo und frische Ideen ein, von denen die Älteren profitieren.
Methodisch kann z. B. ein unternehmensweites Cross-Generational Mentoring in gezielten Tandems zwischen erfahrenen Mitarbeitenden und jungen Talenten diesen Austausch strukturiert fördern. So wird Erfahrung zum Fundament und Neues zum Treibstoff für gemeinsame Zukunft. Wichtig dabei ist dann natürlich auch der nachhaltige Wissenssicherung und -transfer, damit das über Jahre aufgebaute Know-how nicht verloren geht, sondern systematisch für kommende Generationen nutzbar bleibt.

Assistenz funktioniert ganz super remote!

BC: In unserem letzten Interview haben wir viel über „New Work“ gesprochen. Der Eindruck der Lockdowns war damals noch frisch. Sehen Sie einen Trend wieder zurück zum persönlichen Zusammensitzen im Büro? Und können Assistenzaufgaben überhaupt sinnvoll remote erledigt werden?

Nevermann: Ja, die Entwicklung in Richtung „mehr Präsenz im Office“ ist ganz klar zu erkennen. Erfolgreiche Zusammenarbeit lebt eben nicht nur vom Austausch von Informationen, sondern baut auf Beziehungen, Vertrauen und einer gemeinsamen Kultur auf – und genau dafür braucht es direkte, persönliche Interaktion. Wenn Zusammenarbeit ausschließlich digital stattfindet, entsteht schnell eine virtuelle Distanz, es geht die persönliche Nähe in der Zusammenarbeit verloren – und damit auch die Grundlage für Vertrauen und gegenseitiges Verständnis. Am Ende kann dadurch das gute Team- und Arbeitsergebnis gefährdet sein.
Assistenz funktioniert ganz super remote! Glücklicherweise hat sich in den letzten Jahren ganz deutlich gezeigt: Viele Assistenzaufgaben lassen sich sehr gut remote erledigen – Terminsteuerung, Projektkoordination oder digitale Meetings zum Beispiel. Das ist ein Gewinn! Aber auch hier gilt: Der Mix macht’s!
Meiner Meinung nach hängt die Attraktivität als Arbeitgeber immer stärker davon ab, wie gut ein Unternehmen die Balance zwischen Flexibilität im Remote-Arbeiten und persönlicher Zusammenarbeit findet – auch deshalb, weil die verschiedenen Generationen hier ganz unterschiedliche Wünsche und Erwartungen formulieren.

BC: Stichwort Tools und Automatisierung: Welche Kompetenzen und Haltungen muss eine Assistenz entwickeln, um auch in zehn Jahren noch unverzichtbar zu sein?

Nevermann: Wichtig ist, souverän mit digitalen Tools umzugehen und die technischen Möglichkeiten z.B. auch rund um KI so weit wie möglich auszuschöpfen, statt sich von ihnen treiben zu lassen. Der souveräne Umgang mit digitalen Werkzeugen und neuen Technologien muss als Chance genutzt und nicht als Belastung gesehen werden.
Gerade weil die Assistenz über eine so breite Qualifikation verfügt, wird es künftig wichtiger, zusätzlich klare Schwerpunkte zu setzen. Wer sich beispielsweise in agilen Arbeitsweisen, Feelgood-Management, Feedback- und Kommunikationsmethoden oder als Coach weiterbildet, erweitert sein Profil um Kompetenzen, die in erfolgreichen Unternehmen in Zukunft immer relevanter werden. Solche Spezialisierungen erhöhen nicht nur die eigene Professionalität, sondern geben der Assistenzrolle auch mehr strategisches Gewicht.
Hinzu kommen Kommunikationsstärke (gerne auch methodisch gestützt) und ein vorausschauender Blick: Brücken bauen, Feedback gestalten, Konflikte moderieren, u.v.m – wer all das mit Neugier und Offenheit verbindet, gestaltet die Zukunft aktiv mit.

BC: Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die heute eine Karriere als Assistenz beginnen und vielleicht in 20 Jahren selbst die Büroleitung in einem internationalen Konzern innehaben möchte?

Nevermann: Nehmen Sie die Assistenz von Anfang an als strategische Funktion und Gestaltungsrolle wahr. Wer früh Verantwortung übernimmt, Netzwerke knüpft und über die eigenen Aufgaben hinausblickt, wächst fast automatisch hinein in größere Rollen.

Weiterbildung – fachlich wie persönlich – ist dafür genauso wichtig, wie den Mut zu haben, eigene Ideen einzubringen und Verantwortung für deren Umsetzung zu übernehmen. Am Ende entscheidet genau dieses Zusammenspiel darüber, ob Assistenz zum unverzichtbaren Sparringspartner im Unternehmen wird.

BC: Abschließend: Sie kennen die Success aus eigener Erfahrung, möchten Sie Ihren Eindruck von dieser Konferenz mit uns teilen?

Nevermann: Für mich ist die Success jedes Mal besonders, weil hier Wissen, Praxis und Networking zusammenkommen. Man spürt sofort: Hier treffen sich Profis, die Lust haben, miteinander die Zukunft aktiv zu gestalten. Für Assistenzen ist es eine großartige Gelegenheit, Wissen und Impulse mitzunehmen und diese im eigenen Unternehmen wirksam einzusetzen – sei es, um Führungskräfte gezielt zu unterstützen, Prozesse zu verbessern oder neue Arbeitsweisen einzuführen.

Die Success hat einfach diesen besonderen Spirit: motivierend, verbindend und voller Energie für Neues!

BC: Danke für dieses tolle Feedback und für die interessanten Einblicke. Wir freuen uns, Sie wieder zur Success zu begrüßen

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