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Augmented Leadership: Warum KI uns als Führungskräfte menschlicher macht

Von Stefan Pohl, Boehringer Ingelheim: Wir diskutieren oft leidenschaftlich über die Rechenleistung und rasend zunehmende Performance von KI, aktuell ist OpenClaw als "next-level" Agentic AI in aller Munde. Aber noch viel zu selten betrachten wir die damit einhergehende Veränderung von Führung in Organisationen.

Wir stehen an einem Wendepunkt. Die alten Koordinaten von Führung - Planung, Hierarchie, Kontrolle - greifen in einer BANI-Welt (brüchig, ängstlich, nicht-linear, unverständlich) längst nicht mehr. Aber die Antwort darauf ist nicht weniger Technologie, sondern eine neue Form der Symbiose: Augmented Leadership.

Die Formel der Zukunft: KI liefert Logik, wir geben Bedeutung

Künstliche Intelligenz wird Führung nicht ersetzen, aber sie wird sie radikal verändern. Während der Durchschnitt die KI nutzt, um Mittelmäßigkeit zu skalieren, nutzt der Augmented Leader sie als Partner, um schärfer zu sehen und empathischer zu handeln.

Dabei gilt eine einfache, aber mächtige Trennung:

• Die KI übernimmt die Logik: Mustererkennung, Datenanalyse, kognitive Entlastung, Standardprozesse.

• Der Mensch verantwortet die Bedeutung: Sinnstiftung, ethische Urteilskraft und echtes Vertrauen.

Drei Archetypen für die neue Ära

Um in dieser hybriden Welt wirksam zu sein, entwickeln wir uns weg vom „allwissenden Entscheider“ hin zu drei neuen Rollen:

• Der Architekt für Verbindung: Er schafft Räume für Empathie und Kultur, wo Algorithmen an ihre Grenzen stoßen.

• Der ethische KI-Verwalter: Er setzt die „Fangseile“ und garantiert, dass Technologie unseren Werten dient.

• Der adaptive Orchestrator: Er verbindet Mensch und Maschine zu einer Synergie, die mehr ist als die Summe ihrer Teile.

Vom „Present-Forward“ zum „Futureback“-Mindset

Echte Disruption beginnt im Kopf. Wer KI nur als Effizienz-Tool sieht (Present-Forward), optimiert den Status Quo. Wer jedoch „Futureback“ denkt, nutzt KI als Sparringspartner für Kreativität und strategische Voraussicht. Wir müssen lernen, beispielsweise KI-Halluzinationen nicht nur als Fehler, sondern auch als Impuls für unkonventionelle Ideen zu begreifen.

Fazit: Die Maschine endet, wo Führung beginnt

Die fortschrittlichste KI macht menschliche Fähigkeiten nicht überflüssig, sie macht sie zum Premium-Produkt. Je mehr die KI logische Aufgaben übernimmt, desto wertvoller wird unser menschlicher Imperativ: Ethisches Urteilsvermögen, Empathie und die Kraft, eine inspirierende Vision zu formulieren. Der Weg zum Augmented Leader beginnt nicht mit einem technologischen Quantensprung, sondern mit deiner Entscheidung, neugierig zu bleiben.

Anmerkung: Dieser blogpost ist ein komprimierter Auszug aus einem 2026 erscheinenden Buchbeitrag

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