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Legal Breakfast: „M&A Brushup“ mit Dominik Juster und Joseph Schmidt, E+H Rechtsanwälte

Vor knapp 80 Personen eröffneten Dr. Dominik Juster und MMag. Josef Schmidt von E+H Rechtsanwälte gemeinsam mit Kathrin Machherndl von Business Circle am 23. Juni das Legal Breakfast.

Bei strahlendem Sommerwetter und nur wenige Stunden nach dem Österreich-Argentinien-Spiel war der Saal der Labstelle bestens gefüllt. Ziel der Veranstaltung war ein praxisnahes „Brush-up“ für alle, die nicht täglich in M&A-Transaktionen tätig sind: Was bedeuten die wichtigsten Begriffe? Welche Entwicklungen prägen aktuell den Markt? Und worauf müssen Unternehmen bei Transaktionen besonders achten?

Zu Beginn gaben die Referenten einen kompakten Überblick über die verschiedenen Formen der Transaktionsdurchführung. Im ersten Teil ging es um den Unterschied zwischen bilateralen Verhandlungen und Limited Auctions. Während bilaterale Prozesse meist auf bestehenden Geschäftsbeziehungen beruhen und einen überschaubaren Teilnehmerkreis haben, bringen Auktionsverfahren deutlich mehr Wettbewerb und damit auch mehr Aufwand auf Verkäuferseite. Ein wichtiger Praxishinweis: Viele Interessenten verlangen bereits früh Exklusivitätsvereinbarungen. Wer diese auf Verkäuferseite vorschnell unterschreibt, hat später oft nur noch begrenzte Handlungsmöglichkeiten, falls der ursprünglich favorisierte Deal doch nicht zustande kommt.

Der zweite Schwerpunkt lag auf dem wachsenden Einfluss von Private-Equity-Investoren. Österreich spielt im internationalen Vergleich zwar weiterhin eine eher kleine Rolle, dennoch gewinnen PE-Transaktionen auch hierzulande an Bedeutung. Vorgestellt wurden Plattforminvestments und Buy-and-Build-Strategien, bei denen Investoren mehrere kleinere Unternehmen zu einer größeren Plattform zusammenführen, um diese später gewinnbringend weiterzuverkaufen. Im Vergleich zu strategischen Käufern können Private-Equity-Investoren oft schneller agieren und flexiblere Transaktionsstrukturen anbieten. Während große internationale Fonds aufgrund fehlender Zielgrößen nur begrenzt in Österreich aktiv sind, zeigt sich insbesondere im Mid-Cap- und Small-Cap-Segment zunehmende Dynamik.

Auch das Thema Risikomanagement spielte eine zentrale Rolle. Warranty-&-Indemnity-Versicherungen (W&I) übernehmen Haftungsrisiken, die ansonsten bei den Verkäufern liegen. Wichtig ist hier, die entsprechenden Prozesse rechtzeitig anzustoßen und die W&I-Polizze mit den sonstigen Transaktionsdokumenten eng zu verzahnen.

Gleichzeitig gewinnt das Foreign Direct Investment Screening (FDI) weiter an Bedeutung. Gerade in den Nachbarländern wurden die Prüfmechanismen zuletzt deutlich verschärft. Wer grenzüberschreitende Transaktionen plant, sollte diese regulatorischen Anforderungen daher frühzeitig in die Zeitplanung einbeziehen.

Dass Transaktionen nicht immer mit dem Signing enden, zeigte die Diskussion rund um Post-M&A-Litigation. Nach einer Phase relativer Ruhe sind gerade im Marktumfeld der letzten Jahre Streitigkeiten rund um Unternehmenskäufe vermehrt zu beobachten. Besonders Earn-out-Regelungen gelten nach wie vor als juristische Herausforderung: Sie sollen unterschiedliche Erwartungen von Käufern und Verkäufern zusammenbringen, bringen allerdings erhebliches Konfliktpotential mit sich und erfordern genaues Drafting.

Das Thema Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und durfte auch in diesem Kontext nicht fehlen. Die Frage lautet nicht, ob AI im M&A-Prozess eingesetzt wird, sondern wie. KI unterstützt  Due Diligence, Recherche, Vertragsdrafting und Dokumentenerstellung. Gleichzeitig wurden die schon bekannten Grenzen angesprochen. KI kann halluzinieren, Fehler machen und, besonders wenn die Datenbasis auf bundesdeutschen oder us-amerikanischen Deals beruht, Ergebnisse liefern, die auf Österreich nicht ohne Weiteres zu übertragen sind. Damit bleibt die menschliche Prüfung unverzichtbar. Nach dem Pareto-Prinzip kann KI vielleicht 80 Prozent eines Dokuments mit 20 Prozent Aufwand erstellen, die entscheidenden 20 Prozent Qualität und Präzision erfordern aber weiterhin 80 Prozent menschliches Fachwissen.

In der abschließenden Diskussion zeigte sich, wie stark das Publikum selbst in der Materie verankert ist. Die Fragen reichten von Marktprognosen bis zu konkreten AI-Anwendungsfällen. Der M&A-Markt 2026 hat wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig sorgen geopolitische Entwicklungen, neue regulatorische Anforderungen und der KI-Hype für enorme Dynamik. Besonders im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich wird derzeit intensiv investiert. Prognosen bleiben dennoch schwierig. Klar ist, dass der M&A-Markt im Wandel bleibt und wer erfolgreich sein will, wirtschaftliche, regulatorische und technologische Anforderungen berücksichtigen muss. Kompetente Rechtsberatung und proaktive Transaktionssteuerung sind hierbei zentral.  

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