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M&A Summit

M&A Summit 2026: Geopolitische Umbrüchen und neue Wachstumschancen

Mit einem Ausblick auf die aktuellen Entwicklungen im Transaktionsmarkt eröffneten Gastgeber Moritz Mirascija und der fachliche Leiter Clemens Hasenauer den zweiten M&A Summit im prachtvollen Ambiente des Park Hyatt in Wien.

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr versammelte die Veranstaltung erneut führende Vertreter aus Wirtschaft, Beratung, Finanzierung und Recht, um die zentralen Trends und Herausforderungen des M&A-Marktes zu diskutieren.

Geopolitische Verschiebungen und damit steigende Rüstungsausgaben, neue Kapitalströme und wirtschaftliche Umbrüche verändern die Rahmenbedingungen für Unternehmensübernahmen und Beteiligungen spürbar.

Panel: Chancen & Risiken für den M&A Markt im heißdiskutierten Defencebereich

Mit Veronika Böhm, Steinmayr & Co | Herbert Decker, Maschinenfabrik Liezen & Gießerei | Stephan A. Jansen, Hochschullehrer und Unternehmer | Matthias Sebera, Leiter Abteilung Materialwirtschaft BMLV

Kaum ein Sektor steht derzeit so im Fokus wie die Verteidigungsindustrie. Vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsbudgets, zunehmender geopolitischer Spannungen und neuer Technologien diskutierte das Panel die Chancen und Risiken des Defence-Booms.

Einige Kernaussagen aus der Diskussion:

• Der Defence-Boom basiert auf langfristigen geopolitischen Entwicklungen. Die Zahl militärischer Konflikte ist weltweit so hoch wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Das Ende des Kalten Krieges hat nicht zu einer dauerhaft sichereren Welt geführt.

• Moderne Verteidigung ist international und vernetzt. Komplexe Waffensysteme können heute kaum noch von einzelnen Unternehmen oder Staaten allein entwickelt werden.

• Cybersecurity, KI und Robotik werden die nächsten Wachstumsmärkte prägen. Während Investitionen zur Zeit noch stark auf klassische Bereiche wie Fahrzeuge, Flugzeuge oder Ausrüstung fokussiert sind, werden Cyberwarfare, autonome Systeme und softwaregetriebene Anwendungen künftig stärker in den Mittelpunkt rücken.

• Das M&A-Risiko steigt durch militärische Konflikte: Wie kann man die Gefahr einpreisen, dass ein Investment per Cyber-angriff oder per „klassisch“ durch Beschuss zerstört oder das Gebiet, in dem die Anlage steht, erobert und besetzt wird?

• Österreich als neutraler verfügt über Chancen im Bereich Dual Use bei Technologien mit ziviler und militärischer Nutzungskomponente

• Verteidigung bleibt notwendig. Aber Wohlstand entsteht im Frieden

• Rüstungsgüter erzeugen keine klassischen Multiplikatoreffekte wie Investitionen in Infrastruktur oder Innovation. Krieg kann nicht nachhaltig sein, aber unser europäisches Friedensprojekt müssen wir verteidigen können. "Ein Aggressor sucht keine Gegner, er sucht Opfer" (Herbert Decker)

Bernhard Engel, Alvarez & Marsal: Wie M&A gelingt. Lessons Learned aus einer europäischen Vorzeigetransaktion

70 und 90 % aller Übernahmen erreichen nicht den ursprünglich erwarteten Wertbeitrag Die Übernahme von Santander Polska durch die Erste Group im Volumen von rund sieben Milliarden Euro war aber eine Erfolgsgeschichte. Was waren die entscheidenden Faktoren dafür?

Zunächst die außergewöhnlich frühe und sorgfältige Planung. Lange bevor der Deal abgeschlossen wurde, beschäftigten sich die Projektteams mit Integrationsfragen, Governance-Strukturen und potenziellen Risiken. Probleme entstehen oft dort, wo man sie zunächst nicht vermutet – etwa bei IT-Systemen, Datenmigrationen oder organisatorischen Schnittstellen und genau hier wurde schon lange im Vorfeld besonders genau hingesehen.

Genau so wichtig war die klare Kommunikation. Alle Beteiligten haben verstanden, warum die Transaktion stattfindet, welchen Nutzen sie stiftet und wie der Zeitplan aussieht. Gemeinsam mit starkem Leadership, klaren Verantwortlichkeiten und konsequenter Umsetzung entstand daraus ein Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche M&A-Integration.

Abschluss-Keynote mit Stefan A. Jansen: Neue Weltmodelle und Sicherheit neu denken

Europa steht vor einer geopolitischen Zeitenwende. Während der Kontinent das 20. Jahrhundert wirtschaftlich und industriell maßgeblich geprägt hat, verliert er im 21. Jahrhundert zunehmend an Einfluss und zwar auf allen Ebenen wie Energie, Innovation, Produktion oder Digitalisierung.

Der Globalisierung stehen Deglobalisierungstendenzen entgegen. Die USA unter Trump streben nach Entflechtung ihrer Wirtschaftsbeziehungen und größerer Autarkie und neue Machtzentren wie die BRICS-Staaten oder die Shanghai Cooperation Organisation gewinnen an Bedeutung.

Während Innovationen wie Internet, GPS oder Drohnentechnologie früher oft aus militärischen Programmen hervorgegangen sind, ist heute ein umgekehrter Trend zu beobachten: Zivile Technologien werden für militärische Zwecke adaptiert. Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und digitale Plattformen sind geopolitischen Faktoren.

Wo sind hier die Chancen für Europa? Insbesondere bei urbanen Datenräumen, Smart Cities und Dual-Use-Technologien kann Europa seine Stärken ausspielen. „Die Weltordnung befindet sich im Wandel, aber begreift das als Chance, macht aus dem, was ihr habt das Beste, macht gute Deals und schaut positiv in die Zukunft.“

Abschluss mit Moritz Mirascija und Clemens Hasenauer:

Es war ein produktiver Tag, mit 100 Personen, viel Input, neuen Perspektiven und konkreten Denkanstößen. Jetzt geht es darum, die diskutierten Ideen in die Praxis umzusetzen.

Europa hat derzeit nicht die besten Standortbedingungen, aber außergewöhnlich viel Talent, Know-how und Innovationskraft. Eine Botschaft, die auch die abschließende Keynote von Stephan A. Jansen eindrucksvoll unterstrich. Mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten und großer Vorfreude auf das nächste Jahr endete der M&A Summit 2026.

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