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Next Level IT-Procurement: Vom Kostenblock zum strategischen Werttreiber
Lange Zeit galt der IT-Einkauf in vielen Unternehmen als rein operative Funktion: Lizenzen beschaffen, Preise verhandeln, Verträge verwalten. Doch die Realität hat sich grundlegend verändert. Cloud-Modelle, Software-as-a-Service, steigende Cybersecurity-Anforderungen und zunehmende Abhängigkeiten von Technologieanbietern haben IT-Kosten komplexer, dynamischer und geschäftskritischer gemacht. Gleichzeitig steigt der Druck auf Unternehmen, Innovation schneller umzusetzen und IT-Ausgaben transparenter zu steuern. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich IT Procurement zunehmend zu einer strategischen Steuerungsfunktion – mit direktem Einfluss auf Kosten, Risiken, Geschwindigkeit und Innovationsfähigkeit.
Warum IT-Procurement heute strategisch relevant ist
Moderne IT-Landschaften wachsen oft organisch. Neue Tools werden projektgetrieben eingeführt, Fachbereiche beschaffen Software eigenständig und Vertragslandschaften entwickeln sich über Jahre hinweg. Die Folge sind Intransparenz, doppelte Systeme, ungenutzte Lizenzen und schwer steuerbare Kostenstrukturen. Hinzu kommen Risiken durch uneinheitliche Vertragsklauseln, automatische Verlängerungen oder fehlende Exit-Strategien.
Gleichzeitig verändert sich die Rolle des Einkaufs. Während früher vor allem der Preis im Fokus stand, geht es heute zunehmend um ganzheitliche Steuerung: Welche Anbieter sind strategisch relevant? Wo entstehen Abhängigkeiten? Wie lassen sich Innovation und Standardisierung gleichzeitig ermöglichen? IT-Procurement wird damit zum Bindeglied zwischen IT, Fachbereichen, Finance, Legal und Risk Management.
Die drei Hebel für Next Level IT-Procurement
Unternehmen, die IT-Procurement strategisch aufstellen, konzentrieren sich meist auf drei zentrale Handlungsfelder.
1. Klare Governance und Organisationsstruktur
Ein klar definiertes Operating-Model sorgt für transparente Entscheidungswege, klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Prozesse. Besonders wichtig ist dabei die frühe Einbindung des Einkaufs in IT-Initiativen, um Gestaltungsspielräume zu erhalten.
2. Transparenz über IT-Spend und Nachfrage
Ohne belastbare Daten ist Steuerung kaum möglich. Eine systematische Analyse von Ausgaben, Vertragslaufzeiten, Nutzungsdaten und anstehenden Verlängerungen schafft die Basis für fundierte Entscheidungen und priorisierte Maßnahmen.
3. Aktives Lieferanten- und Vertragsmanagement
Lieferantensteuerung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Regelmäßige Reviews, klare Leistungskennzahlen und standardisierte Vertragsbausteine helfen, Risiken zu reduzieren und Wertbeiträge messbar zu machen.
Von reaktiv zu proaktiv: Der kulturelle Wandel
Der größte Veränderungsschritt liegt oft nicht in Tools oder Prozessen, sondern in der Zusammenarbeit. Erfolgreiches IT-Procurement agiert nicht als Kontrollinstanz, sondern als Enabler für Fachbereiche und IT. Standardisierte Fast-Track-Prozesse für einfache Beschaffungen können Geschwindigkeit erhöhen, während komplexe Themen strukturiert gesteuert werden.
Unternehmen, die diesen Wandel schaffen, profitieren doppelt: Sie senken Kosten nachhaltig und erhöhen gleichzeitig die Planbarkeit ihrer IT-Landschaft.
Fazit
IT-Procurement entwickelt sich vom operativen Beschaffungsprozess hin zu einer strategischen Steuerungsfunktion. Entscheidend sind Transparenz, klare Governance-Strukturen und ein kontinuierliches Lieferantenmanagement. Unternehmen, die IT-Einkauf frühzeitig in strategische Entscheidungen einbinden, schaffen die Grundlage für nachhaltige Kosteneffizienz, geringere Risiken und höhere Innovationsgeschwindigkeit. Damit wird IT-Procurement zu einem zentralen Baustein moderner Unternehmenssteuerung.

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