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NIU die neue Plattform für Nachhaltigkeit. Chefredakteurin Gabriela Maria Straka im Gespräch

Dr. Gabriela Maria Straka, EMBA, ist Chefredakteurin NIU („Nachhaltigkeit in Unternehmen“) bei der MANZ'schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Mitglied des Club of Rome und Vorständin RespACT, dem Wirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung. Wir sprechen darüber, warum sie für Österreich eine neue interaktive Nachhaltigkeitsplattform ins Leben gerufen hat.

„Klartext heißt: komplexe Anforderungen verständlich machen, Aussagen belegen und wirtschaftliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen!“

Business Circle: Sie waren Mitglied des Vorstands in börsennotierten internationalen Industrieunternehmen, haben ESG und Kreislaufwirtschaft aufgebaut und implementiert und wurden dafür mehrfach national und international ausgezeichnet. Heute sind Sie Chefredakteurin bei MANZ, einer der führenden Fachverlage Österreichs und leiten das neue „NIU“, das für „Nachhaltigkeit in Unternehmen“ steht. Was verbindet diese unterschiedlichen Rollen?

Gabriela Maria Straka: Der rote Faden meines beruflichen Weges ist, komplexe Themen nicht nur strategisch zu verstehen, sondern sie in konkrete Ergebnisse zu übersetzen.
Als C-Level Managerin war ich für den Aufbau und die Implementierung von ESG sowie für die Unternehmenskommunikation in internationalen Unternehmen verantwortlich. Ich habe Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft nicht nur konzeptionell begleitet, sondern in der Organisation aufgebaut und in die unternehmerische Praxis überführt. Dass diese Arbeit mehrfach mit nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt wurde, war eine besondere Anerkennung.
Diese Erfahrung hat meine Sicht auf ESG nachhaltig geprägt. Ich weiß, welche Herausforderungen entstehen, wenn strategische Ziele in Strukturen, Prozesse, Kennzahlen und konkrete Geschäftsentscheidungen übersetzt werden müssen. Und ich weiß, dass gute Konzepte nur dann Wirkung entfalten, wenn sie wirtschaftlich tragfähig sind und von den Menschen im Unternehmen verstanden und mitgetragen werden.
Seit zwei Jahren setze ich diese Erfahrung als Chefredakteurin von MANZ für das neue Ressort NIU „Nachhaltigkeit in Unternehmen“ ein. Ich verbinde meine Führungserfahrung, meine fachliche Expertise und meine unterschiedlichen Netzwerke mit dem Anspruch, ESG und Transformation verständlich, fundiert und praxisorientiert zu vermitteln.
Mein Engagement im „Club of Rome“ unterstreicht mein Interesse an den großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, in denen sich Unternehmen heute bewegen.
Was mich besonders auszeichnet, ist die Verbindung von Fachwissen, Strategie und Kommunikation. Ich wurde mehrfach für meine Vortragstätigkeit ausgezeichnet und war wiederholt Seriensiegerin bei journalistischen Bewertungen als bester Unternehmenssprecher und auf Fachkonferenzen. Das bestätigt meinen Anspruch, auch schwierige Themen so zu vermitteln, dass sie verstanden werden und etwas bewegen.

BC: Was ist „neu“ an NIU?

Straka: NIU ist die erste Content- und Serviceplattform für Nachhaltigkeit in Österreich. NIU dient als One-Stop-Shop und hilft den Verantwortlichen in Unternehmen rechtssichere Klarheit zu verschaffen. Ob zu Themen wie Sustainable Finance, CSDDD, Kreislaufwirtschaft etc.: NIU liefert Antworten und praktische Unternehmensbeispiele gleich dazu.
Neu ist auch, dass in diesem Jahr das KI-Tool „NIU answers“ von MANZ in Vollbetrieb gegangen ist. Mit „NIU answers“ beginnt eine neue Ära der digitalen ESG-Recherche. Unser juristisch fundierte, KI-basierte Recherche-Assistent wurde speziell für die österreichische Nachhaltigkeitsbranche entwickelt und für Unternehmen und Fachprofis konzipiert, die ESG nicht nur verwalten, sondern verstehen und rechtssicher umsetzen wollen. Und das mit exakten österreichischen Quellen und europäischem Datenschutz.
Mein Ziel ist, aus komplexen Anforderungen klare Entscheidungen und aus Nachhaltigkeitsambitionen wirtschaftlich tragfähige und skalierbare Lösungen zu machen. Das heißt ESG und Kreislaufwirtschaft: von der Strategie zur Umsetzung.

Nachhaltigkeit als tone-from-the top

BC: Sie kennen ESG nicht nur aus der fachlichen Perspektive, sondern auch aus der Verantwortung im Vorstand. Was unterscheidet diese beiden Sichtweisen?

Straka: In der Vorstandsfunktion wird sehr schnell deutlich, dass Nachhaltigkeit kein isoliertes Fachthema ist. Jede strategische Entscheidung hat Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, die Organisation, die Ressourcen, die Kommunikation und letztlich auf die Wettbewerbsfähigkeit.
Man kann eine hervorragende Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln. Wenn sie aber nicht in Investitionsentscheidungen, Produktentwicklung, Einkauf, Produktion und Unternehmenssteuerung integriert wird, bleibt ihre Wirkung begrenzt.
Die praktische Umsetzung verlangt daher ein Zusammenspiel von Fachkompetenz, Führung, Kommunikation und Veränderungsmanagement. Es geht darum, die relevanten Themen zu identifizieren, Verantwortlichkeiten festzulegen, Ziele messbar zu machen und die Organisation mitzunehmen.
Genau diese Erfahrung bringe ich heute in meine Arbeit bei MANZ NIU ein. Ich möchte Unternehmen nicht nur erklären, welche regulatorischen Anforderungen auf sie zukommen. Ich möchte auch vermitteln, wie sie diese Anforderungen richtig einordnen und daraus sinnvolle unternehmerische Entscheidungen ableiten.

BC: Was haben Sie beim Aufbau der Kreislaufwirtschaft besonders gelernt?

Straka: Dass Kreislaufwirtschaft weit mehr ist als Recycling und dass sie von Anfang an wirtschaftlich mitgedacht werden muss. Kreislaufwirtschaft wird dann zum Geschäftsmodell, wenn aus weniger Ressourcenverbrauch mehr Wertschöpfung entsteht.
Entscheidend ist, wie Produkte von Anfang an gestaltet werden, welche Materialien zum Einsatz kommen, wie lange Ressourcen genutzt werden und ob Rücknahme, Reparatur, Wiederverwendung oder Wiederaufbereitung organisatorisch und wirtschaftlich funktionieren.
Dabei müssen Unternehmen über ihre eigenen Grenzen hinausdenken. Zirkuläre Wertschöpfung entsteht häufig erst durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Lieferanten, Kunden, Technologiepartnern und Forschungseinrichtungen.
Meine Erfahrung ist: Kreislaufwirtschaft braucht ein klares Zielbild, aber ebenso konkrete Geschäftsmodelle, Verantwortlichkeiten und belastbare Zahlen. Nur so kann aus einer innovativen Idee eine Lösung werden, die sich im Markt bewährt und skalieren lässt.

BC: Warum haben Sie sich entschieden, Ihre Erfahrung heute bei MANZ NIU mit einem Fokus auf Digitalisierung für den ESG Bereich einzubringen?

Straka: Weil ich überzeugt bin, dass fundiertes Wissen eine entscheidende Voraussetzung für gute unternehmerische Entscheidungen ist. Gerade im ESG-Bereich erleben wir eine hohe Dynamik, komplexe regulatorische Anforderungen und einen großen Bedarf an verständlicher Orientierung.
MANZ verbindet eine lange Tradition juristischer Fachkompetenz mit der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Mit NIU können wir rechtliche Entwicklungen, wirtschaftliche Perspektiven und praktische Erfahrungen zusammenführen. Die MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung bietet als unabhängiges, familiengeführtes Verlagshaus ein umfassendes Angebot an Fachbüchern, Zeitschriften, Datenbanken und digitalen Anwendungen für Rechts- und Steuerberufe. Mit der RDB (Rechtsdatenbank) als Pionierleistung sowie Genjus KI und MANZ-Noxtua als jüngsten Innovationsschritten treibt MANZ die Digitalisierung der Rechtsinformation in Österreich maßgeblich voran.
Als Chefredakteurin für NIU „Nachhaltigkeit in Unternehmen“ möchte ich Inhalte schaffen, die über die reine Wissensvermittlung hinausgehen. Mich interessieren die Fragen, mit denen Unternehmen tatsächlich konfrontiert sind: Was bedeutet eine neue Regelung konkret? Wo liegen Risiken? Welche Chancen ergeben sich? Und wie lassen sich Lösungen entwickeln, die rechtlich fundiert und wirtschaftlich tragfähig sind?
Mit dem KI-gestützte Rechercherassistent „NIU answers“ gehen wir diesen Weg konsequent weiter. Er ermöglicht es, ESG-Fragen in natürlicher Sprache zu stellen und Antworten auf Basis geprüfter Fachinhalte mit nachvollziehbaren Fundstellen zu erhalten. „NIU answers“ liefert – im Unterschied zu öffentlich zugänglichen KI-Chatbots – Antworten ausschließlich auf Basis geprüfter Fachinhalte und unter Angabe der Quellen im Volltext, analysiert Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen und Fachliteratur, um fundierte und rechtssichere Entscheidungen zu treffen.
Die Antworten von „NIU answers“ zeichnen sich durch hohen Praxisbezug, starke fachliche Fundierung und verständliche Sprache aus. Und die Datenverarbeitung erfolgt auf europäischen Servern, und die Nutzereingaben werden nicht gespeichert.
Dabei ist mir wichtig, dass technologische Innovation und fachliche Qualität zusammengehören. KI kann Recherche wesentlich effizienter machen. Die sachgerechte Einordnung und die unternehmerische Entscheidung bleiben jedoch entscheidend.
Ich sehe meine Aufgabe darin, die Brücke zwischen Recht, Wirtschaft und Umsetzung zu schlagen und Nachhaltigkeit so verständlich zu machen, dass Unternehmen ins Handeln kommen.

BC: Sehr geehrte Frau Dr. Straka, vielen Dank für dieses Gespräch. Wir freuen uns, Sie bald wieder bei uns auf der Bühne begrüßen zu dürfen!

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Finance, Legal & Tax
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Sustainability / ESG