Pflege neu denken: Das Pflege-Management Forum 2026 brachte Österreichs Pflegeführungskräfte zusammen
Zwei Tage lang stand Wien im Zeichen der Zukunft der Pflege: Beim Pflege-Management Forum 2026 diskutierten rund 350 Führungskräfte aus Akutpflege, Langzeitpflege, mobiler Pflege sowie Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft über zentrale Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten im Pflegemanagement.
Unter dem Leitthema „Macht und Ohnmacht im Pflege-Management – Pflege neu denken. Mehr gestalten statt verwalten. Verantwortung leben.“ wurde deutlich: Pflege befindet sich im Spannungsfeld zwischen strukturellen Rahmenbedingungen und wachsender Verantwortung für die Gestaltung des Gesundheitssystems.
Seit über 18 Jahren ist das Pflege-Management Forum eine der wichtigsten Branchenplattformen für Führungskräfte der Pflege in Österreich und bringt Expert:innen aus Praxis, Politik und Wissenschaft zusammen.
Arbeitsmarkt, Reformen und Systemfragen
Den Auftakt des Forums bildete eine Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich. Johannes Kopf, Vorstandsvorsitzender des AMS, zeigte auf, wie sich demografische Entwicklungen und Fachkräftebedarf künftig auf das Gesundheitssystem auswirken werden.
Auch Johannes Rauch, Gesundheitsminister a.D., ging auf die strukturellen Rahmenbedingungen im Gesundheits- und Sozialwesen ein und beleuchtete die Frage, wo Reformen notwendig sind, um Pflege langfristig zu stärken.
Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Christoph Zulehner betonte in seiner Keynote, dass Pflege stärker als gestaltende Profession wahrgenommen werden müsse. Pflegemanagement bedeute heute nicht nur Organisation, sondern auch strategische Verantwortung für Prozesse, Kompetenzen und Qualität der Versorgung.
Führung im Spannungsfeld von Verantwortung und Realität
Wie Führungskräfte diesen Anspruch im Alltag umsetzen können, zeigte der Reality Check aus der Praxis. Vertreter:innen aus unterschiedlichen Einrichtungen berichteten offen über den Spagat zwischen Systemgrenzen und Gestaltungsspielräumen.
Unter anderem diskutierten Andrea Kapounek (Haus der Barmherzigkeit), Elisabeth Märzinger (Ordensklinikum Linz) und Andrea Schmidt-Rumposch (Universitätsmedizin Essen) über Verantwortung im Pflegemanagement und darüber, wie Führungskräfte Veränderungsprozesse aktiv gestalten können.
Auch Resilienz und Krisenmanagement waren zentrale Themen: Praxisbeispiele aus der Diakonie de la Tour zeigten, wie Organisationen auch unter herausfordernden Bedingungen handlungsfähig bleiben.
Digitalisierung und KI: Potenziale für den Pflegealltag
Technologische Innovationen spielen eine zunehmend wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Pflege. Beim Pflege-Management Forum wurden daher zahlreiche digitale Lösungen und KI-Anwendungen vorgestellt, die Pflegekräfte im Alltag unterstützen können.
So präsentierten Fabian Lechner (AGAPLESION) und Marie-Christine Gilly (Evangelisches Krankenhaus Gesundbrunnen) den Einsatz von KI-gestützter Spracherkennung in der Pflegedokumentation – ein Ansatz, der administrative Prozesse erleichtern und mehr Zeit für die direkte Betreuung von Patient:innen schaffen kann.
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Tech & Innovation Stage neue digitale Tools, datenbasierte Entscheidungsmodelle und telemedizinische Anwendungen diskutiert.
Internationale Perspektiven und neue Versorgungsmodelle
Auch internationale Entwicklungen lieferten wichtige Impulse. Expert:innen aus Deutschland und Spanien präsentierten innovative Ansätze wie Hospital-at-Home-Modelle oder neue Formen der integrierten Versorgung.
Diese Beispiele zeigen, wie Pflege künftig stärker sektorenübergreifend organisiert werden kann und welche Rolle Pflegemanagement dabei spielt.
Pflege trifft Politik
Der zweite Konferenztag stand im Zeichen des Dialogs zwischen Pflege und Politik. Korinna Schumann, Bundesministerin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, diskutierte gemeinsam mit Vertreter:innen der Pflege über zentrale Anliegen der Branche und notwendige politische Rahmenbedingungen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen Entwicklungen im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) sowie auf der Frage, wie neue Kompetenzbereiche der Pflege in der Praxis umgesetzt werden können.
Plattform für Austausch und Perspektiven
Neben den inhaltlichen Diskussionen bot das Pflege-Management Forum zahlreiche Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch und Networking zwischen Pflegeführungskräften, Politik, Wissenschaft und Lösungsanbietern.
Die zentrale Erkenntnis der zwei Konferenztage: Die Zukunft der Pflege braucht mutige Führung, innovative Lösungsansätze und eine stärkere Sichtbarkeit der Profession im Gesundheitssystem.
Das nächste Pflege-Management Forum
Das 19. Pflege-Management Forum findet am 11. und 12. März 2027 in Wien statt und wird erneut Führungskräfte der Pflege zusammenbringen, um gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Branche zu entwickeln.

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