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PriSec - ­Privacy & Security

Krieg muss nicht immer laut sein. Warum wir unsere Wahrnehmung von Bedrohungen und unser Verständnis von Frieden grundlegend ändern müssen.

Von Victoria Toriser, ÖBH: Hybride Bedrohungen treffen nicht nur Staaten, sondern zunehmend auch Organisationen und Unternehmen. Gerade für Datenschutzbeauftragte, Cybersecurity-Verantwortliche und Compliance-Abteilungen stellt diese Entwicklung mehr als nur eine theoretische sicherheitspolitische Debatte dar.

Unsere Vorstellung von Krieg ist geprägt von Dramatik: Wir erwarten Panzerkolonnen, dunkle Rauchwolken und das Donnern der Explosionen. Das ist unser Bild von Gefahr. Menschen brauchen daher etwas Bildliches, um sich zu schützen. Wir erkennen Bedrohungen dementsprechend erst, wenn wir sie sehen oder hören.
Doch genau darin liegt die Falle hybrider Bedrohungen. Genau deswegen funktioniert diese Strategie auch so gut.

Hybride Kriegsführung ist leise. Es muss kein Schuss fallen, um unsere Souveränität zu beeinträchtigen. Der ganze Sinn dieser Strategie ist es, unbemerkt zu bleiben.

Wir glauben, es sei Frieden. Als ob wir schlafen würden. Als ob wir extra fest die Augen schließen würden.

Stellen Sie sich vor, der Krieg beginnt und niemand hört ihn.

Keine Explosionen. Kein Trubel. Nur ein leises Klicken auf einer Tastatur. Eine manipulierte Nachricht. Das Summen einer Drohne.

Und doch:
Städte stehen still.
Kritische Infrastrukturen brechen zusammen.
Vertrauen zerfällt.

Das stellt uns als Staaten und Gesellschaften vor Fragen, für die wir oft noch keine Antworten haben: Wie verteidigt man sich gegen einen Gegner, den man nicht sieht?

Wie reagiert man, wenn die Herkunft des Angriffs nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann und man aus diesem Grund gar nicht reagieren darf?
Wann beginnt eigentlich Krieg, wenn er nie offiziell erklärt wurde? Ab wann darf man sich dann wehren?
Und was macht man, wenn zwischen Erkennen und Handeln nur Sekunden liegen? Was, wenn der „Point of No Return“ erreicht ist, bevor wir überhaupt wissen, dass wir angegriffen wurden?

Wenn man mich persönlich fragen würde, wo wir in drei Jahren stehen:

In drei Jahren werden wir in keinem lauten Krieg sein.
Aber wir sind bereits seit einigen Jahren in einem leisen Krieg.
Und die eigentliche frage ist wohin uns das führt.

Wir müssen daher Frieden neu denken.
Nicht mehr nur als Abwesenheit von lautem Krieg, Frieden heißt heute nicht mehr nur, dass niemand schießt.

Unternehmen sind heute Teil der kritischen digitalen Infrastruktur: Sie versorgen mit Energie, verarbeiten Daten oder sind in globale Lieferketten eingebunden.

Hier setzen wir auf der PriSec 2026 an. Datenschutz und Cybersecurity lassen sich nicht mehr isoliert betrachten. Wer sensible Informationen schützt, muss heute auch Desinformation, digitale Sabotage, geopolitische Risiken und die wachsende Professionalisierung staatlicher wie nichtstaatlicher Akteure mitdenken. Unternehmen werden betroffen sein, und damit stellt sich die Frage wie sie ihre Organisation so aufstellen, dass sie Angriffe frühzeitig erkennen, richtig bewerten und entschlossen darauf reagieren können

Und zum Ende

Resilienz entsteht dort, wo technische, rechtliche und organisatorische Kompetenzen zwischen Datenschutz, Informationssicherheit, Risikomanagement und Unternehmensführung zusammengedacht werden. Genau dieser interdisziplinäre Blick wird auf der PriSec 2026 im Mittelpunkt stehen und den Teilnehmern helfen, die oft unsichtbaren Risiken der hybriden Bedrohungslandschaft besser einzuordnen und ihnen wirksam zu begegnen.

Ich freue mich darauf, diese komplexen und drängenden Fragen auf der PriSec 2026 zu erörtern. Nicht nur aus militärischer Perspektive, sondern aus Sicht jener, die tagtäglich Verantwortung für Datenschutz, Cybersecurity und die Resilienz österreichischer Unternehmen tragen.

Ich freue mich darauf, diese komplexen und drängenden Fragen auf der PriSec 2026 zu erörtern.

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